STW 2000 Bericht – Report (Didi)

<deutsch>
Didi hat diesen kleinen Reisebericht für ein Magazin der düsseldorfer Jugendverbände geschrieben.

Ein Lager im Regen…

…wäre dieses Jahr ein passendes Motto gewesen. Etwas beunruhigt betrachteten wir in den ersten Tagen in Handzell den Himmel. Das war sicherlich nicht das Wetter, das wir uns für Scouting the World 2000 gewünscht hatten. Schließlich wollten wir nach fast zwei Jahren Planung und Vorbereitung nicht, dass unser viertes Treffen mit den Scouts aus Wisconsin ins Wasser fällt.

Als der Post 896 nach einer halben Weltreise aus dem Bus kletterte, schien der Bann gebrochen. Während unseres Begrüßungsliedes schien die Sonne und wir fassten neuen Mut. Doch noch während die Amis ihr Gepäck sortierten, bildeten sich die ersten neuen Wolken und schon bald regnete es wieder.

Nachdem wir unsere Jurte um einige Meter über die Feuerstelle versetzt hatten, war auch das Lagerfeuer am Abend gerettet. Obwohl alle Amis tot müde waren, versammelten sich noch alle am Feuer, erneuerten alte Freundschaften und schlossen neue.

In den nächsten Tagen unternahmen wir all das, was wir schon vorher geplant hatten, nur das alle Teilnehmer in Regenzeug gehüllt waren, was aber zum Glück der Stimmung keinen Abbruch tat. Alle waren hellauf begeistert und ließen sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Sei es nun der Regen-Posten beim Adventure oder der internationale Suchtrupp, um den Leiter wiederzufinden, der sich bei der Hutverteidigung im Wald verirrt hatte.

Ein Tag des Lagers wurde für eine Tagestour in die KZ-Gedenkstätte Dachau und nach München genutzt. Eine Erfahrung die sicherlich für die Teilnehmer sehr wertvoll war. Nachdem sie in Dachau eine Fülle von Informationen erhalten haben, nutzten die Kleingruppen den restlichen Tag in München nicht nur zum Shoppen, sondern auch um das Gesehene zu diskutieren und zu verarbeiten.

Nachdem wir zehn Tage mit den Amerikanern im Lager waren, brachen wir in Gruppen nach Garmisch-Partenkirchen auf, um in Gruppen in den Alpen zu wandern oder im Base-Camp auf diejenigen zu warten, die wegen Krankheiten oder Verletzungen früher absteigen mussten. Obwohl Gruppe eins zum Ende in einen Schneesturm auf der Zugspitze geriet, gelangte sie bis auf den Gipfel und konnte so bis auf einige Abweichungen die geplante Route gehen.

Nach einem Tag Ruhe im Basecamp fuhren wir in einer Nachtfahrt nach Berlin. Glücklicherweise hatten wir nicht den schlichten bestellten Bus, sondern einen wesentlich komfortableren Bus mit einem ehemaligen Pfadfinder als Fahrer bekommen, so dass diese und auch die nächsten Fahrten sehr angenehm wurden.

In Berlin haben wir die Stadt Tag und Nacht unsicher gemacht und konnten uns überzeugen, was sich alles an Tag- und Nachtleben seit StW 1996 verändert hat. Wir teilten uns in verschiedene Gruppen, um die Stadt je nach Interessen zu erkunden. Untergebracht waren wir in einem Hostel im Osten, so dass wir einen großen Teil der Stadt bereits von der U-Bahn aus erkunden konnten. Wir sind uns aber immer noch sicher, dass Berlin ohne Regen noch um einiges interessanter und angenehmer ist.

Nach zwei Tagen fuhren wir dann an einem der wenigen Sonnentage nach Hamburg um Deutschland einmal vom Süden bis zum Norden durchquert zu haben. Nach den ersten Ausblicken auf den Hamburger Hafen erlitten die Scouts einen kleinen Kulturschock als wir die Reeperbahn durch einen kleinen Fahrfehler nicht nur einmal sondern dreimal befahren mussten. Besonders die amerikanischen Leiterinnen (ca. 40-50 Jahre alt) waren total schockiert.

In Hamburg hatten wir dann doch noch einen sonnigen Tag der uns zu einem Abschlusstreffen vor eindrucksvoller Kulisse an der Elbe verhalf.

Am nächsten Tag fuhren wir zurück nach Düsseldorf, wo wir noch eine schöne, aber nicht weniger anstrengende Woche verbrachten, bis die Amerikaner an zwei verschiedenen Morgen abreisten. Nachdem auch die letzte Pfadfinderin ihren Pass auf der Fahrt nach Frankfurt wiedergefunden hatte, konnten alle glücklich abreisen. Traurig mussten wir erkennen, dass es für die meisten zwei Jahre dauern wird, bis wir uns wiedersehen.

Schneller als man denkt sind drei Wochen Scouting the World und zwei Jahre Arbeit vorbei, aber immer wieder stellen wir fest, dass sich alles gelohnt hat!

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